Trends im eCommerce 2019

Ein neues Jahr hat begonnen, eCommerce ist weiterhin auf dem Vormarsch und auch für das Jahr 2019 gibt es wieder einige Trends, die uns erwarten. Worauf müssen wir uns in diesem Jahr einstellen? Die unserer Meinung nach sechs wichtigsten Trends im Überblick.

Künstliche Intelligenz

Ja, auch im Jahr 2019 ist die künstliche Intelligenz (KI, auch engl. AI für Artificial Intelligence) noch immer eines der Buzzwords schlechthin im eCommerce. Zunehmend wird die KI fester Bestandteil der Prozesse im eCommerce, sei es als Chatbot oder als virtueller Berater. So testet Amazon mit dem echo look zum Beispiel gerade einen virtuellen Modeberater mit künstlicher Intelligenz. Du aktivierst den echo look mit deiner Stimme und kannst dann von der integrierten Kamera ein Foto oder ein sechs sekündiges Video aufnehmen lassen. Dabei bewertet der echo look nicht nur dein Outfit, sondern schlägt dir auch für verschiedenste Gelegenheiten das passende Outfit vor.

Doch die Fähigkeiten der KI beschränken sich nicht nur auf die Bewertung eines Outfits, auch ermöglicht sie eine deutlich bessere Analyse der erhobenen Daten der Customer Journey und liefert detaillierte Informationen über Kundenpräferenzen. Darüber hinaus gibt es unter den immer leistungsfähigeren künstlichen Intelligenzen auch KI-Marketing-Tools, die Content analysieren und bewerten, um den Kunden nur die Produkte zu präsentieren, die für sie auch wirklich interessant sind.

Personalisierung

Dass eine individuelle Ansprache der Kunden heute kein Kann mehr ist, sondern ein Muss steht außer Frage. Doch wie sieht es bei personalisierten Produktempfehlungen aus? Fakt ist, dass sich individuelle Produktempfehlungen positiv auf das Kaufverhalten der Kunden auswirkt. Aber in der Anwendung gibt es noch Verbesserungspotenzial. Der Wunsch nach Personalisierung ist da, aber die Deutschen stehen der dafür notwendigen Datenerhebung noch zu skeptisch gegenüber. Und: noch längst nicht alle Shopbetreiber haben das Potenzial erkannt. Sie setzen noch immer auf das altbewährte Gießkannenprinzip und kippen sämtliche Produktvorschläge und Inhalte über alle Kunden gleichermaßen. Ähnlich sieht es bei personalisierter Werbung aus. Dynamic Ads ist hier das Zauberwort. Mit Retargeting die Suchhistorie der Kunden wieder aufgreifen und gezielt Werbung schalten. Noch nie war die Intensivierung des Kundenkontakts einfacher.

Mit dem Einsatz der KI, die zum Beispiel auch die Bewegung der Kunden auf einer Website auswerten kann, lassen sich noch besser individuelle Inhalte für Kunden gestalten, die dann auch in Newslettern oder auf personalisierten Landingpages einsetzen lassen.

Voice Searches

Es ist keine Überraschung, dass das Smartphone in den letzten Jahren auch im eCommerce massiv an Bedeutung gewonnen hat. 2017 wurde bereits etwa ein Drittel der Online-Käufe über das Smartphone getätigt – Tendenz steigend. Und mit der zunehmenden Bedeutung des mCommerce (Mobile Commerce), steigt auch die Nutzung der Voice Search. Obwohl Apple mit Siri schon 2011 einen intelligenten digitalen Assistenten an den Markt brachte, wird die Sprachsuche erst seit den letzten zwei bis drei Jahren so richtig angenommen. Experten prognostizieren, dass im Jahr 2020 die Hälfte aller Suchanfragen über Voice Search gestellt werden.

Welchen Einfluss das auf die Suchmaschinenoptimierung hat wird deutlich, wenn man sich anschaut, wie gesucht wird. Während man bei der klassischen Suche in der Regel nur Stichwörter eintippt, verwendet man in der Sprachsuche überwiegend ausformulierte Fragen, die sich ebenfalls von zunächst stöckernder Sprache zu immer natürlicheren Sätzen – einschließlich Dialekten – entwickeln. Das bedeutet, dass auch Webseitentexte und die Google-AdWords-Kampagnen dementsprechend angepasst werden müssen, wenn man auf der Welle der Sprachsuchen mitreiten möchte.

Comeback des stationären Handels

Lange Zeit sah es so aus, als sei der Online-Handel der Untergang der Brick & Mortar Geschäfte. Doch nun zeichnet sich nach und nach ein neues Bild ab. Während es immernoch mehr als genug stationäre Händler gibt, die sich gegen jegliche oder zumindest eine vernünftige Online-Präsenz wehren, haben die meisten doch die Bedeutung von Omnichannel verstanden. Immer mehr stationäre Händler setzen auf eCommerce. Online einkaufen und im Geschäft abholen. Besonders beliebt dabei: die Möglichkeit, Produkte im Geschäft umtauschen zu können. Die Idee geht auf.

Und auch ursprünglich reine eCommerce-Händler haben erkannt, welche Rolle physische Geschäfte vor Ort noch spielen. Allen voran: Amazon. Nachdem der Global Player seinen ersten Supermarkt Amazon Go, in dem man ohne Registrier- oder SB-Kassen einkaufen kann, für die Öffentlichkeit eröffnete, folgte im September das erste Warehouse mit dem Namen Amazon 4-star, in dem der Online-Riese im stationären Handel Produkte anbietet, die online eine sehr gute Bewertung bekommen haben.

Social Shopping

Instagram hat es vorgemacht: Die App hat uns gezeigt, wie der digitale Einkaufsbummel aussehen kann, als die Shopping-Funktion Anfang letzten Jahres auch in Deutschland freigeschaltet wurde.

Wir leben in einer Welt, in der es oft weniger von Bedeutung ist, das beste und tollste Produkt zu haben. Heute dreht es sich um die Geschichte, die mit dem Produkt erzählt wird, um Emotionen und Lösungen. Da kann es doch kaum eine bessere Idee geben, als das Shopping direkt in die sozialen Netzwerke zu integrieren. Die Werbung ist bereits ein fester Bestandteil der sozialen Netzwerke, egal ob Instagram, Facebook oder Twitter. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Social Shopping auf allen Social-Media-Plattformen angeboten wird – nicht nur in dieser Form auf Instagram und als Facebook-Catalog.

mCommerce & Desktop

Auch wenn die Anzahl der verkauften Tablets stagniert, die wachsende Bedeutung von Mobile Commerce ist ungebremst. Noch immer steigen die Zahlen der Suchanfragen und Kaufabschlüsse über das Smartphone oder Tablet. Und schon bald werden die mobilen Geräte den Desktop auch in Deutschland überholen. Denn werfen wir einen Blick auf unsere Nachbarländer, wie die Niederlande oder Großbritannien sehen wir, dass dort bereits mehr die Hälfte aller Einkäufe im eCommerce bereits über das Smartphone getätigt werden.

Hierzulande wird zwar stattdessen sehr viel über das Smartphone gesucht und Produkte werden in den Warenkorb gelegt, aber der Kauf erfolgt dann doch über den Desktop. Für die Shopbetreiber bedeutet das, dass sie nicht nur den Checkout-Prozess für Mobilgeräte optimieren müssen. Ebenso wichtig ist auch, dass die Synchronisation zwischen Mobile und Desktop funktionieren muss, wenn sie die potenziellen Kunden nicht verlieren wollen. Denn wer den Einkaufsprozess von vorn beginnen muss, der entscheidet sich dann schnell dazu, doch bei der Konkurrenz zu kaufen.

Fazit

Wirklich etwas komplett Neues erwartet uns im Jahr 2019 nicht. Viel mehr wird sich auf schon bekannte Ideen und Technologien fokussiert, um diese zu optimieren. Das Potenzial der Trends ist noch lange nicht ausgereizt und es gibt noch viel Luft nach oben. Die künstliche Intelligenz könnte in diesem Jahr große Fortschritte in der Personalisierung des Contents bringen und dadurch auch noch das Social Shopping pushen und populärer machen. Und wer weiß, vielleicht übersteigen dann ja in diesem Jahr auch in Deutschland die Zahlen der mobil getätigten Käufe, die, der Desktop-Kaufabschlüsse.