Unsere Tipps zum heutigen “Kämpfe-gegen-die-Prokrastination”-Tag

Für diesen Blogbeitrag wollte ich mit gutem Beispiel vorangehen und das Schreiben nicht bis zur letzten Sekunde aufschieben. Und auch wenn der Beitrag gut eine Woche vor dem heutigen Tag fertig war, habe ich diese Aufgabe knapp zwei Wochen vor mir her geschoben.

Grundsätzlich haben wir Spaß an dem, was wir tun. Und ehrlich gesagt ist Prokrastination bei uns auf der Arbeit auch kein großes Thema. Wir lieben, was wir tun und erledigen dank agiler Software-Entwicklung unsere Jobs auch passend. Und dennoch kommt es mal vor, dass wir von dem Prokrastinationsmonster besessen sind. Ich glaube, davor ist auch keiner zu einhundert Prozent sicher, wenn man ehrlich mit sich ist.

Zu ergründen, warum wir Aufgaben immer mal wieder prokrastinieren, würde den Rahmen des Blogbeitrags sprengen. Nur so viel: In der Psychologie wird unterschieden zwischen dem einfachen Aufschieben von Aufgaben und der krankhaften Prokrastination. Solange die Aufgaben am Ende vernünftig erledigen kann, stellt das Aufschieben kein großes Problem dar. Kritisch wird es, wenn durch das Aufschieben ein Schaden entsteht – sei es eine Auswirkung auf mögliche andere Personen, die an einem Projekt beteiligt sind oder eine Prüfung, die aufgrund von zu wenig lernen nicht bestanden wird. Dann kann unter Umständen eine Behandlungsnotwendigkeit auftreten.

Doch wir konzentrieren uns hier auf Ersteres, auf das einfache Aufschieben von Aufgaben und stellen unsere Tipps vor, damit wir unsere Aufgaben rechtzeitig und ohne viel Stress beenden können. Dabei muss es sich nicht unbedingt auf eine berufliche Aufgabe beziehen. Denn auch im Studium, der Berufsschule oder im Haushalt kommt es vor, dass wir gerade lieber alles Andere machen würden, als für die nächste Klausur zu lernen oder das Bad zu putzen.

Tipp 1 von Tatiana

“Wenn ich auf eine Aufgabe wirklich gar keine Lust habe, zwinge ich mich, es mir wenigstens eine Minute lang anzugucken. Wenn ich das geschafft habe, darf ich genauso lange etwas anderes machen. Nach einer Minute, in der ich was anderes gemacht habe, schaue ich mir wieder eine Minute lang meine Aufgabe an. Meistens führt das dazu, dass ich dann irgendwann am Ball bleibe und mich freiwillig länger als eine Minute der Aufgabe widme, schließlich will man ja doch voran kommen. Im schlimmsten Fall war ich langsam mit der Aufgabe, aber das finde ich immer noch besser, als gar nichts zu machen und in der Zwischenzeit erledigte ich auch noch andere Aufgaben.”

Tipp 2 von Andi

“Ich gebe Aufgaben eine Wichtigkeit und sammle möglichst welche zusammen, die einen identisch schlechten/guten Score haben. So mache ich richtig ätzende Aufgaben zusammen mit anderen richtig ätzenden Aufgaben. Dann habe ich diese Aufgaben schon mal gesammelt abgehakt. Meistens mache ich diese Aufgaben dann Montags - weil die meistens sowieso schon nervig sind und das Schlimmste dann vom Tisch ist. Ansonsten richte ich mir ein Arbeitsumfeld ein, in dem ich fokussiert arbeiten kann. Das heißt, alle Messenger aus, Flugmodus überall an, keine Benachrichtigungen, neues Browserfenster ohne andere Tabs. So verhindere ich, dass ich von irgendetwas Anderem abgelenkt werde.”

Tipp 3 von Jannik

“Eine richtige Technik habe ich eigentlich nicht. Meistens führe ich mir vor Augen, dass, wenn ich Aufgaben erst auf dem letzten Drücker erledige, das Ergebnis vermutlich nicht gerade zufriedenstellend wird, insbesondere wenn die Qualität eine Rolle spielt. Außerdem mache ich mir bewusst, dass es stressig wird, wenn ich bei einer eh schon nervigen Aufgabe auch noch unter Druck stehe. Und weil ich ätzende Aufgaben nicht auch noch unter Zeitdruck erledigen will, mache ich es manchmal tatsächlich früher.”

Tipp 4 von Anna

“Mir hilft es oft, Aufgaben in viele Unteraufgaben zu unterteilen und auf ne Liste zu schreiben, damit ich mich öfter über das Abhaken freuen kann. So habe ich das Gefühl, deutlich mehr geschafft zu haben und bin dann motiviert, auch noch diese oder jene kleine Unteraufgabe zu schaffen. Mein anderer Tipp gegen Prokrastination wäre, sich einfach genug Ausreden einfallen zu lassen, warum das gar keine Prokrastination ist und einfach das Positive darin zu sehen, nach dem Motto: »Juhuu, ich sammle wieder Energie.«”

Tipp 5 von Marco

“Ist vielleicht nicht der beste Tipp, aber mir helfen Deadlines extrem. So nach dem Motto »Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe«. Daher setze ich mir oft selbst Deadlines oder lasse mir Deadlines für Sachen setzen, die ich erledigen sollte, aber einfach seit Ewigkeiten aufschiebe.”

Tipp 6 von Lisa

“Ich arbeite viel mit ToDo-Listen und Deadlines, wenn ich Aufgaben habe, die ich vor mir her schiebe. So habe ich mir zum Beispiel für das Schreiben dieses Beitrags einen Eintrag auf meiner ToDo-Liste mit einer Deadline für zwei Wochen vor der eigentlichen Abgabe erstellt. Ab dem Fälligkeitsdatum und an allen folgenden Tagen werde ich jeden Morgen an diese Aufgabe erinnert. Und weil ich meine ToDo-Liste eigentlich ganz gern leer habe, motiviert mich diese Erinnerung, die Aufgabe dann doch schneller zu erledigen.”

Tipp 7 von Till

“Ich versuche mich seit einiger Zeit an der recht bekannten Pomodoro-Technik. Dabei werden fünf Schritte beachtet. Ich fange damit an, die Aufgaben aufzuschreiben. Dann stelle ich mir einen Wecker auf 25 Minuten. Ich bearbeite also die Aufgabe diese 25 Minuten lang, bis der Wecker klingelt und kann dann diesen Abschnitt abhaken. Nach fünf Minuten Pause stelle ich mir wieder den Wecker auf 25 Minuten und bearbeite die Aufgabe. Nach vier pomodori, also nach vier mal arbeiten, mache ich dann eine längere Pause von 15-20 Minuten und beginne dann wieder mit der Arbeitsphase.”

"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!"

Man sieht, eine einheitliche Methode gegen das Aufschieben von Aufgaben gibt es nicht. Jeder muss seinen eigenen Weg, seine eigene Strategie finden. Es gibt keine Universallösung und meist dauert es eine ganze Weile bis man die passende Strategie für sich gefunden hat – sei es mit ToDo-Listen, der Pomodoro-Technik oder ganz einfach eine Routine, wie zum Beispiel vor dem Beginn mit der Aufgabe den Schreibtisch aufzuräumen. Und welcher Tag würde sich besser eignen, als der “Kämpfe-gegen-die-Prokrastination”-Tag, um endlich mal all die ätzenden Aufgaben abzuarbeiten – sei es das Beantworten von E-Mails oder die Fenster, die schon vor einer halben Ewigkeit mal wieder hätten geputzt werden müssen.